Blut- und Gefäße

Auf dieser Seite finden Sie Fragen und Antworten zu Krankheitsbildern des Blutes und der Gefäße

 

Fragen und Antworten:

 

Wie hoch ist bei einem gesunden Erwachsenen der Bilirubinwert im Blut und woran erkennen Sie bei einer Untersuchung zuerst, dass der Bilirubinwert erhöht ist?

Der Normwert von Bilirubin beträgt 1,0 mg/ dl. Eine Erhöhung des Bilirubinwerte erkennt man zuerst an der gelblichen Verfärbung der Skleren. Dies Skleren sind das Weiße im Auge!

 

Was ist ein Raynaud-Syndrom und welche Symptomatik ist dabei zu beobachten?

Das Raynaud-Syndrom entsteht durch anfallsartig auftretende Krämpfe in den Fingerarterien und manchmal auch in den Zehenarterien.

Der Verlauf eines solchen Anfalls kann man in 3 Phasen unterteilen:

  • weiße Finger (sogenannte Leichenfinger),
  • blaue Finger (Zyanose nach Beendigung des Gefäßkampfes),
  • rote Finger (Rötung der Finger durch erweiterte Blutgefäße und vermehrte Durchblutung).

Nach der französischen Flagge wird diese klassische Abfolge der Symptome auch als Trikolore-Phänomen bezeichnet

 

Welche Veränderungen erwarten Sie bei der Polycythaemia vera an den Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten?

Die Polycythaemia vera ist eine maligne Erkrankung des blutbildenden Systems. Bei der Polycythaemia vera sind im Blutbild sowohl die Erythrozyten, die Leukozyten als auch die Thrombozyten erhöht.

Nähere Informationen zur Polycythaemia vera finden Sie unter:  

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Blut/Polycytaemie.html

 

Was versteht man unter einem Aneuryma verum?

Aneurysmen sind Ausstülpungen (Aussackungen) der Blutgefäße. Bei einem Aneurysma verum sind alle Schichten der Arterie ausgesackt.

Neben dem Aneurysma verum gibt es auch das Aneuryma spurium und das Aneuryma dissecans!

 

Sie untersuchen notfallmäßig eine 30-jährige Frau, die nach einer kurzen – nicht ungewöhnlichen – sportlichen Belastung rasende Kopfschmerzen hat, wie sie die Frau zuvor noch nie erlebt hat. An welche Erkrankung sollten Sie dabei unbedingt denken!

An eine Subarachnoidalblutung. Die Subarachnoidalblutung entsteht meist aufgrund der Ruptur eines Aneurymas einer an der Hirnbasis verlaufenden Arterie.

Die Aneurysmen liegen dabei im Circulus arteriosus cerebri im Subarachnoidalraum.

 

Nennen Sie zwei Komplikationen, die recht häufig im Zusammenhang mit einer tiefen Beinvenenthrombose (Phlebothrombose) auftreten!

  • Die Lungenembolie (ca. 30 % aller Fälle) und das
  • postthrombotische Syndrom

Hinweis:

beim postthrombotischen Syndrom kommt es zu bräunlichen Verfärbungen der Haut am Unterschenkel und besonders in der Sprunggelenksgabel. Im Extremfall entstehen auch Ernährungsstörungen mit Weichteildefekte (Ulcera cruris)

 

In einem Gespräch fällt der Begriff der Stammvaricosis. Was versteht man unter einer Stammvaricosis?

Bei einer Stammvaricosis sind die Stammvenen der unteren Extremität vom Krampfaderleiden betroffen. Die Stammvenen sind die am inneren Bein verlaufende Vena saphena magna und die am äußeren Fuß und auf der Rückseite des Unterschenkels verlaufende Vena saphena parva.

 

Was versteht man unter einer Endokarditis?

Eine Endokarditis ist eine (meist bakteriell) bedingte Entzündung der Herzinnenband. (Herzinnenwand = Endokard).

Auf dem Blutweg erreichen Bakterien beispielsweise von einer infizierten Wunde oder einer infizierten Zahnwurzel die Herzinnenwand und führen schwerpunktmäßig zu einer Entzündung an der Herzinnenwand. Besonders stark betroffen sind dabei die vom Endokard gebildeten Herzklappen. Die Endokarditis führt daher häufig zu Herzklappenfehler.

Näheres zur Endokarditis finden Sie:  

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Herz/Endokarditis.html

 

Wann spricht man von einer Leukozytose?

Normalerweise liegt die Leukozytenzahl (die Anzahl der weißen Blutkörperchen) zwischen 4000 und 10.000 Leukozyten pro µl Blut. (µl =Mikroliter).

Von einer Leukozytose spricht man, wenn in 1 µl Blut mehr als 10.000 Leukozyten vorliegen. Eine Leukozytose findet man unter anderem häufig bei Infektionskrankheiten oder auch bei einer Leukämie.

 

Erklären Sie dem Begriff Thrombozytopoese!

Unter dem Begriff Thrombozytopoese fasst man die Bildung der Blutplättchen (der Thrombozyten) zusammen.

Die kernlosen Thrombozyten werden im Knochenmark aus kernhaltigen Stammzellen gebildet. Die Stammzellen, aus denen sich die Thrombozyten durch Abschnüren bilden, nennt man Megakaryozyten.

 

 

Erklären Sie zusammenfassend, welche Aufgabe der Thymus hat!

Im Kindesalter findet im Thymus die Prägung bestimmter Lymphozyten – der T-Zellen – statt.

D.h.: die T-Zellen lernen im Thymus eigene Gewebe von fremden Geweben zu unterscheiden.

 

Unter einer Thrombophlebitis versteht man eine Venenentzündung der oberflächlichen Venen. Kann es im Zusammenhang mit einer Thrombophlebitis zu einer Lungenembolie kommen?

Ja!  Embolien aus oberflächlich verlaufenden Venen sind seltener als Lungenembolien aus den tiefen Venen.

Allerdings kann eine oberflächliche Thrombophlebitis auch auf die tiefen Venen übergreifen und in den tiefen Venen zu einer Thrombose führen. Die meisten Lungenembolien, die im Zusammenhang mit einer oberflächlichen Thrombophlebitis auftreten, entstammen aus diesen unerkannten tiefen Thrombosen.

 

Welche Werte werden bei einem kleinen Blutbild bestimmt?

Bei einem kleinen Blutbild bestimmt man die Anzahl der Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.

Ferner umfasst das kleine Blutbild die Bestimmung des Hämoglobinwertes und des Hämatokritwertes sowie der Erythrozyten-Indices wie MCV, MCH und MCHC.

 

Eine besonders häufige Anämieform ist die Eisenmangelanämie, die mit der oralen Gabe eines Eisenpräparates behandelt wird. Was raten Sie einem Patienten, der eine Eisentablette einnehmen muss?

Viele Substanzen, die wir beim Frühstück zu uns nehmen – wie zum Beispiel Kaffee, Milch oder Tee – hemmen die Eisenresorption.

Hingegen fördert Vitamin C die Aufnahme von Eisen. Man rät also einem Patienten, der eine Eisentablette einnehmen muss, diese mit Fruchtsaft einzunehmen

 

Was ist eine Hämolyse?

Als Hämolyse bezeichnet man einen verfrühten Zerfall der Erythrozyten. Im deutschen Sprachraum kann man statt Hämolyse auch vom Blutuntergang sprechen.

Bei der Hämolyse ist die Lebensdauer der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verkürzt.

 

Wie messen Sie die Blutungszeit?

Prinzipiell ist die Blutungszeit die Zeitspanne zwischen dem Beginn einer Blutung aus einer kleinen Stichwunde bis zum völligen Stillstand der Blutung.

In Klinik oder Praxis geht man zur Bestimmung der Blutungszeit wie folgt vor: man setzt mit einer Lanzette eine Stichwunde an der Fingerbeere oder am Ohrläppchen und tupft die austretenden Blutstropfen alle 15 Sekunden ab. Nach etwa 2-4 Minuten steht bei einem gesunden Patienten die Blutung.

 

Was versteht man in der Medizin unter dem ZVD?

Der ZVD ist der zentrale Venendruck.

Unter dem zentralen Venendruck versteht man den Blutdruck, der in einem zentralen Venenkatheter gemessen wird. Der zentrale Venendruck entspricht etwa dem Druck der Hohlvenen im Thoraxraum und damit in etwa dem Druck im rechten Vorhof.

 

Welche Bluterkrankung entsteht bei einem Mangel an Vitamin B12?

Eine perniziöse Anämie.

Bei der perniziöse Anämie infolge des Mangels an Vitamin B 12 bzw. des Intrinsicfaktors ist die Bildung der roten Blutkörperchen gestört.

Es kommt bei der perniziöse Anämie sowohl zu Symptomen wie Leistungsschwäche Kollapsneigung und Gelbverfärbung der Haut, aber auch zu neurologischen Symptomen mit Missempfindungen.

An der Zunge beobachtet man eine entzündlich gerötete, glatte Zunge (Hunter-Glossitis).

 

Eine veränderte Zusammensetzung des Blutes führt gemäß der Virchow-Trias zu einer Neigung zur Bildung von Thrombosen. (Blutgerinnsel). Nennen Sie Krankheiten oder Situationen bzw. Verhaltensweisen, die zu einer veränderten Zusammensetzung des Blutes führen!

Eine erhöhte Zahl der Blutplättchen z.B. bei der Polycythämia vera, paraneoplastische Syndromen bei manchen malignen Tumoren, erhöhte Viskosität des Blutes bei Austrocknung (Exsikkose), hormonelle Faktoren wie „Pille“, Schwangerschaft.

Näheres zu den Thrombosen finden Sie auf unserer Webseite:

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Kreislauf/Venen_Thrombose.htm

 

Was ist eine Embolie?

Wird ein Thrombus verschleppt nennt man dies Embolie (Thromboembolie)

Analog spricht man auch von einer Fett-Embolie, Luft-Embolie…..

Auch Parasiten – z.B. Bandwurmlarven – können eine Embolie verursachen!

Umgangssprachlich bedeutet Embolie in der Klinik in aller Regel die Verschleppung eines Blutgerinnsels (eines Thrombus) aus einer Vene.

Ganz korrekt muss man jedoch in einem solchen Fall von einer Thromboembolie sprechen.

 

An welcher Stelle kommt es in der überwiegenden Mehrzahl der Hodgkinpatienten zu einer schmerzlosen Lymphknotenschwellung?

Am häufigsten beobachtet man beim Morbus Hodgkin eine (schmerzlose) Lymphknotenschwellung im Bereich des Hals.

Sie könnten auch formulieren:

am häufigsten sind beim Morbus Hodgkin die zervikalen Lymphknoten betroffen.

Näheres zu Morbus Hodgkin finden Sie auf unserer Webseite unter:

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Blut/Hodgkin.html

 

Erläutern Sie den Begriff diabetische Mikroangiopathie!

Unter einer diabetischen Mikroangiopathie versteht man die Erkrankung der kleinen arteriellen Blutgefäße im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus.

Die diabetische Mikroangiopathie ist die Ursache für zahlreiche Organerkrankungen, unter denen ein Diabetiker leiden kann.

 

Was ist allen hämolytischen Anämien gemeinsam?

Bei den hämolytischen Anämien ist die Lebenszeit der Erythrozyten verkürzt. Die normale Lebenszeit der Erythrozyten beträgt ca. 120 Tage.

Klinisches Merkmal einer schweren hämolytischen Anämie kann die gelbliche Verfärbung der Haut oder der Schleimhäute sein. (Sogenannte Gelbsucht).

 

Was versteht man unter einer Polyglobulie?

Die Begriffe Polyglobulie oder Polyzythämie oder Erythrozytose bezeichnen eine Erhöhung der Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Polyglobulie erkennt man im Labor durch einen erhöhten Hämatokritwert.

Die Gefahr der Polyglobulie besteht in der Bildung von Thrombosen.

 

Erklären Sie den Begriff hämolysierende Streptokokken!

Streptokokken sind kugelförmige Bakterien, die wie in einer Kette angeordnet liegen. Einzelne Streptokokkenarten können rote Blutkörperchen auflösen. (hämolysieren). Diese Streptokokkenarten werden hämolysierende Streptokokken genannt. Unter anderem gehören zu den hämolysierenden Streptokokken die Erreger des Scharlachs.

 

Für welche Erkrankung ist die Symptomenkombination Vollmondgesicht, Stammfettsucht und erhöhter Blutdruck typisch?

Diese Symptomenkombination sollte stets an das Vorliegen eines Cushing-Syndroms denken lassen. Beim Cushingsyndrom kommt es aus unterschiedlichen Ursachen zu einer Erhöhung der Glucocorticoide im Blut.

Dies führt unter anderem zum Leistungsabfall, Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Erhöhung des Blutdrucks sowie einer Osteoporose.

 

Wovon hängt die Viskosität (Zähigkeit) des Blutes ganz wesentlich ab?

Die Viskosität des Blutes ist ein wesentlicher Faktor, der das Risiko für die Entstehung einer Thrombose (eines Blutgerinnsels) bestimmt.

Die Viskosität des Blutes wird ganz wesentlich bestimmt vom Verhältnis der festen zu den flüssigen Bestandteilen des Blutes. Verschiebt sich dieses Verhältnis hin zu den festen Bestandteilen des Blutes, so erhöht sich die Viskosität des Blutes.

Im Labor erkennt man dies unter anderem an einer Erhöhung des Hämatokritwerts.

 

Was versteht man unter einer Hypoxie?

Von einer Hypoxie spricht man, wenn der Sauerstoffgehalt des Blutes niedrig ist.

Bei einer Hypoxie ist die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff nicht mehr gewährleistet.

 

An welcher Erkrankung sollten Sie denken, wenn ein gesunder Erwachsener, nach einer Anstrengung über extreme Kopfschmerzen klagt und sogar ohnmächtig wird?

An eine Subarachnoidalblutung.

Subarachnoidalblutungen entstehen durch die Ruptur einer Gefäßaussackung (eines Aneurymas) einer an der Basis des Gehirns verlaufenden Arterie.

 

An der Gerinnung des Blutes sind mindestens 13 Faktoren (Gerinnungsfaktoren) beteiligt. Diese Gerinnungsfaktoren werden mit römischen Zahlen von I-XIII bezeichnet.

Nennen sie für den Faktor I und für den Faktor II den jeweils gebräuchlichen Namen.

Faktor I = Fibrinogen

Faktor II = Prothrombin

 

Welche Aufgabe haben die Blutplättchen (Thrombozyten) bei der Blutstillung?

Die Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie sich bei der Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe anheften und auch aneinanderheften. Man nennt diesen Vorgang Thrombozytenadhäsion bzw. Thrombozytenaggregation. Mithilfe dieser beiden Vorgänge werden kleine Gefäßlecks provisorisch verschlossen.

Zudem setzen die Thrombozyten gerinnungsfördernde Stoffe frei.

Zusätzlich sollte man zu den Thrombozyten wissen: Thrombozyten oder Blutplättchen sind die kleinsten Zellen des Blutes. Wie die Erythrozyten sind auch die Thrombozyten kernlos.

 

Welche prinzipielle Aufgabe erfüllen die T-Lymphozyten?

Die T-Lymphozyten bilden die Grundlage für die zelluläre Abwehr. Die T-Lymphozyten erfahren ihre Reifung im Thymus. Die T-Lymphozyten sind in der Lage, direkt fremde Zellen zu erkennen.

Für die fortgeschrittenen Leser:

bei den T-Lymphozyten werden unterschiedliche Subtypen unterschieden. So unter anderem: naive T-Zellen, T-Killerzellen, T-Helferzellen, regulatorische T-Zellen und T-Gedächtniszellen.

 

Wie wird die Fähigkeit etlicher Bindegewebszellen und Blutzellen genannt, die feste Bestandteile im Gewebe, Fremdkörper oder Bakterien in das Innere ihrer Zellen aufnehmen können?

Phagozytose.

 

Welcher Stoff gibt der Galle die gelbgrüne Färbung und woher stammt dieser Stoff?

Das Bilirubin verleiht der Galle die gelbgrüne Färbung.

Bilirubin entsteht als Abbauprodukt der schwerpunktmäßig in der Milz abgebauten roten Blutkörperchen. (Erythrozyten).

 

Wovon hängt es ab, wenn man sagt ein Mensch sei Rhesus positiv?

Bei einem Rhesus positiven Menschen findet man auf der Membran der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ein Antigen D (ein Eiweiß).

Ist dieses Antigen vorhanden, so spricht man von einer Rhesus positiven Person.

Fehlt das Antigen D, so spricht man von einer Rhesus negativen Person.

In Deutschland haben etwa 85 % der Menschen das Antigen D und sind somit Rhesus positiv.

 

Im Blut sind die weißen Blutkörperchen (die Leukozyten) für die Abwehr von Krankheitserregern sowie von körperfremden Stoffen zuständig. Wo findet man die meisten Leukozyten?

Der ganz überwiegende Teil der Leukozyten findet man nicht im Blut; sondern im Gewebe!

 

Wie werden die roten Blutkörperchen in der Medizin bezeichnet und welche Form haben die roten Blutkörperchen?

Die roten Blutkörperchen nennt man in der Medizin Erythrozyten. Die Erythrozyten haben eine bikonkave Form. Der Begriff bikonkave Form bedeutet, dass die roten Blutkörperchen auf jeder Seite eine Eindellung haben.

 

Bei einer Blutgasanalyse wird ein pH-Wert von 7,4 festgestellt. Handelt es sich dabei um einen Normwert?

Ja! Der normale Blut-pH-Wert beträgt etwa 7,4 und schwankt in sehr engen Grenzen. Die Schwankung beträgt etwa 0,04 in Richtung sauer bzw. in Richtung basisch.

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