Urologie, Nieren

Auf dieser Seite finden Sie Fragen und Antworten zur Krankheitslehre der Urologie.

 

Fragen und Antworten:

 

Ein Patient berichtet, dass er seit einigen Wochen beim Wasserlassen einen trüben und auch schaumigen Urin lässt. Worauf kann diese Veränderung im Aussehen des Urins hindeuten?

Ein schaumiger und auch ein trüber Urin deutet auf das Vorhandensein von Eiweiß im Urin hin. Eiweiß im Urin ist ein pathologischer Befund. Man nennt dies eine Proteinurie, die weiter Hinblick auf ihre Ursachen abgeklärt werden muss.

 

Erklären Sie den Begriff Pollakisurie!

Unter einer Pollakisurie versteht man ein häufiges Wasserlassen (Miktionen) kleiner Urinmengen.

Eine Pollakisurie findet man unter anderem bei Entzündungen der Blase oder bei Entzündungen der Prostata.

 

Was versteht man unter einem Diabetes insipidus?

Bei einem Diabetes insipidus scheidet ein Patient 10 Liter Urin oder mehr aus. Beim Diabetes insipidus findet sich eine massive Polyurie mit extrem erniedrigtem spezifischem Uringewicht. Der Diabetes insipidus ist ein Beispiel für eine Fehlfunktion am distalen Tubulus oder an den Sammelrohren.

Diese Fehlfunktion kommt entweder durch fehlende Hormonbildung im Hypothalamus zustande oder aber durch ein mangelndes Ansprechen des Rezeptors im distalen Tubulus und im Sammelrohr für das Hormon Adiuretin.

Nähere Informationen zum Diabetes insipidus finden Sie auf unserer Webseite:

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Niere/Diabetes_insipidus.htm

 

Mit welchem Fachausdruck sollten Sie zum Ausdruck bringen, dass Bakterien im Urin sind?

Der korrekte Fachausdruck lautet Bakteriurie.

 

An welche Krankheit sollten Sie denken, wenn eine junge Frau seit mehreren Stunden ein Fieber bis zu 40 °C und Schüttelfrost hat und dabei über starke Schmerzen in der rechten Flanke und dem rechten Rücken klagt. Sie berichtet zudem, dass sie ein Brennen beim Wasserlassen habe und der Urin trüb sei.

An eine akute Pyelonephritis der rechten Niere (umgangssprachlich Nierenbeckenentzündung).

Die akute Pyelonephritis ist eine meist durch Bakterien verursachte Infektionen mit nachfolgender Entzündung des Nierenbeckens mit Beteiligung des Nierenparenchyms. Meist geht die Pyelonephritis von einer Entzündung der Harnblase (Zystitis) aus.

 

Sie hören von einem Patienten, dass dieser an einem Hypernephrom leidet. Was versteht man unter einem Hypernephrom?

Der Begriff Hypernephrom ist eine ältere Bezeichnung für ein Nierenzellkarzinom, die aber im klinischen Sprachgebrauch immer noch Verwendung findet.

Das Nierzellkarzinom (Nierenkarzinom) wird auch als Grawitztumor bezeichnet.

Näheres zu den Tumoren der Niere finden Sie auf unserer Webseite unter:

http://www.heilberufe-ausbildung.de/Niere/Nierentumore.html

 

Welche 2 Formen der Hämaturie (Blut im Urin) sollte jeder in einem Heilberuf Tätige kennen?

Bei dem Begriff Hämaturie unterscheidet man zwischen Makro-Hämaturie und Mikro-Hämaturie.

Bei der Makro-Hämaturie ist Blut im Urin mit bloßem Auge sichtbar.

Ein rötlich – braun verfärbter Urin findet sich bei der Makro-Hämaturie. Etwa ein Milliliter Blut reicht aus, um bei einem Liter Urin eine für das bloße Auge erkennbare Verfärbung zu verursachen.

 

Erläutern Sie den Begriff Proteinurie!

Von Proteinurie spricht man, wenn Eiweiß im Urin mehrfach nacheinander nachweisbar ist.

 

Was versteht man unter einer Pollakisurie und für welche Erkrankungen ist eine Pollakisurie typisch?

Als Pollakisurie bezeichnet man ein häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen.

Die ausgeschiedene Gesamtmenge des Urins ist bei einer Pollakisurie nicht erhöht. Die Pollakisurie ist ein häufiges Symptom von Erkrankungen des Harntraktes. So zum Beispiel bei Entzündungen der Harnblase oder der Harnröhre. Eine Pollakisurie findet man aber auch bei einer Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie) sowie auch in der Schwangerschaft.

 

Erklären Sie den Begriff Proteinurie!

Unter Proteinurie versteht man die übermäßige Ausscheidung von Proteinen (Eiweißen) über den Urin. Die Grenze für eine normale (physiologische) Proteinausscheidung liegt bei weniger als 150 Milligramm pro Tag.

Eine erhebliche Eiweißmenge im Urin kann zu einem schaumigen Urin besonders beim Schütteln des Urins führen.

 

Welchem Zweck dient die Bestimmung des Prehn-Zeichens?

Das Prehn Zeichen dient zur Differenzierung eines akuten Skrotums.

Beim Prehn-Zeichen hebt der Untersucher den betroffenen Hoden an. Nimmt dabei der Schmerz im Hoden ab, so spricht man vom positiven Prehn-Zeichen. Ein positives Prehn-Zeichen deutet auf eine Entzündung des Hodens (Orchitis) oder eine Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis).

Bleiben hingegen bei Anhebung des Hodens die Schmerzen unverändert, so spricht man vom negativen Prehn-Zeichen. Ein negatives Prehn-Zeichen findet man beispielsweise bei einer Hodentorsion.

 

Erklären Sie den Begriff Proteinurie!

Unter Proteinurie versteht man die übermäßige Ausscheidung von Proteinen (Eiweißen) über den Urin. Die Grenze für eine normale (physiologische) Proteinausscheidung liegt bei weniger als 150 Milligramm pro Tag.

Eine erhebliche Eiweißmenge im Urin kann zu einem schaumigen Urin besonders beim Schütteln des Urins führen.

 

Wann spricht man von einer Anurie?

Einer Anurie liegt vor, wenn die ausgeschiedene Harnmenge innerhalb von 24 Stunden unter 100 ml liegt.

Eine Anurie kommt vor bei einem Nierenversagen oder auch bei einem Harnverhalt.

 

Was ist eine Hydronephrose?

Eine Hydronephrose wird im deutschen Sprachraum auch als Wassersackniere oder als Harnstauungsniere bezeichnet.

Bei der Hydronephrose findet man eine erhebliche Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche infolge einer chronischen Harnstauung.

Ganz unterschiedliche Ursachen können zu Harnstauung und damit zu Hydronephrose führen. So zum Beispiel das Prostataadenom, maligne Tumoren der ableitenden Harnwege, Steinleiden aber auch neurologische Erkrankungen, die den Harnabfluss stören.

 

Bei welchen Erkrankungen erwarten Sie im Labor einen erhöhten Wert der Amylasen?

Eine erhöhte Amylase-Aktivität im Blut stellt man bei folgenden Erkrankungen fest:

  • Mumps (Parotitis), entspricht einer Entzündung der Speicheldrüsen
  • akuter und chronischer Pankreatitis, (Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Abflusstörungen der Gallenwege (Cholestase)
  • Nierenversagen

Zur Erinnerung aus der Anatomie: die Alpha Amylase wird nicht nur in der Bauchspeicheldrüse sondern auch in den Speicheldrüsen des Mundes gebildet.

 

Was ist eine Varikozele?

Unter einer Varikozele versteht man die Krampfaderbildung der Hodenvenen.

(Für die fortgeschrittenen Leser: eine Krampfaderbildung des Plexus pampiniformis des Hodens).

Eine Varikozele tritt meist linksseitig auf. Eine Varikozele ist eine recht häufige Ursache für eine männliche Unfruchtbarkeit.

 

Was versteht man unter einer Steinschnittlage?

Eine Steinschnittlage wird beispielsweise bei gynäkologischen oder urologischen Untersuchungen und Eingriffen durchgeführt.

Dabei liegt der Patient (in) Rückenlage. Die Hüftgelenke und die Kniegelenke sind gebeugt. Dies wird mithilfe von hochgestellten Halbschalen erreicht.

Übrigens: Der Begriff Steinschnittlage erklärt sich aus der Medizinhistorie! Blasensteine wurden früher ausschließlich in dieser Lagerung entfernt.

 

Sie hören im Zusammenhang mit einer Nierenerkrankung, dass die GFR erniedrigt sei. Erklären Sie diesen Begriff!

Die häufig gebrauchte Abkürzung GFR steht für glomeruläre Filtrationsrate.

Die normale glomeruläre Filtrationsrate liegt bei ca. 120 ml/min. Ein Patient mit einer normalen GFR (glomerulären Filtrationsrate) produziert etwa 180 l Glomerulusfiltrat pro 24 Stunden.

Ist die glomeruläre Filtrationsrate deutlich verringert spricht man von Niereninsuffizienz.

 

Was ist eine Hodenretention?

Der Hoden bildet sich in der Embryonalzeit an der hinteren Wand der Bauchhöhle etwa auf der Höhe der unteren Lendenwirbel.

Aus dieser Position wandert der Hoden nach unten durch den Leistenkanal ins Skrotum. Wird dieser Vorgang gestört und findet sich der Hoden in den 1. Lebensmonaten nicht im Skrotum, so spricht man von einer Hodenretention. (Kryptorchismus).

 

Warum muss ein Kleinkind mit einer Hodenretention (einem Kryptorchismus) behandelt werden?

Die normale Spermienproduktion ist nur möglich, wenn die Umgebungstemperatur des Hodens deutlich geringer ist als in der Bauchhöhle. Wird die Hodenretention nicht beseitigt, so ist die Fruchtbarkeit gestört. Darüber hinaus ist bei einer Hodenretention das Risiko der Entwicklung eines malignen Hodentumors deutlich erhöht.

 

Erklären Sie warum Patienten mit einer Niereninsuffizienz sehr häufig auch an einer Anämie leiden?

In der Niere wird ein wichtiges Gewebehormon gebildet, dass die Produktion der roten Blutkörperchen anregt. Dieses Gewebehormon heiß Erythropoetin.

Bei Niereninsuffizienz wird Erythropoetin vermindert gebildet.

 

Welche Symptome sind charakteristisch für eine Zystitis?

Die Symptome Dysurie und Pollakisurie sind typisch für eine Zystitis (Entzündung der Harnblase).

Von Dysurie spricht man bei (meist als brennend beschriebenen) Schmerzen beim Wasserlassen.

Von Pollakisurie spricht man bei einem häufigen Harndrang.

 

 

 

 

 

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